Das Landgericht Bonn hat ein Urteil des Amtsgerichts Euskirchen vom 31. Mai bestätigt, mit dem die Klage eines Spielers auf Rückerstattung von Verlusten, die vor der Legalisierung von Online-Glücksspielen entstanden sind, abgewiesen wurde.

Der Kläger hatte vor Inkrafttreten des Vierten Glücksspielstaatsvertrags (GlüNeuRStV) in Deutschland Online-Casinospiele bei einem Casino Anbieter mit Sitz in Malta gespielt. Der GlüNeuRStV erlaubte es erstmals, Online-Spielautomaten und -Poker in Deutschland anzubieten.

Sie argumentierten, dass sie aufgrund der damaligen Illegalität des Online-Spiels einen Anspruch auf Erstattung der von ihnen erlittenen Verluste hätten. Die betroffenen Betreiber wurden von der Anwaltskanzlei Hambach und Hambach vertreten. Die Klage wurde vom Amtsgericht Euskirchen im Mai zunächst abgewiesen. Der Kläger legte jedoch Berufung gegen das Urteil ein, woraufhin die Angelegenheit vor das Landgericht Bonn gebracht und dort abgewiesen wurde.

Dies ist das erste Berufungsurteil an einem deutschen Landgericht in einem derartigen Fall.

Das Landgericht Bonn erklärte, die Klage sei gescheitert, da der Kläger gegen § 285 des deutschen Strafgesetzbuches verstoßen habe, indem er wissentlich Online-Casinospiele von einem Anbieter außerhalb Deutschlands gespielt habe.

Hambach und Hambach stellten fest, dass es offensichtlich war, dass der Spieler zum Zeitpunkt der Verluste hätte wissen müssen, dass Online-Glücksspiele illegal sind.

“Die Rechtswidrigkeit des Online-Glücksspiels war insbesondere in den Jahren seiner Teilnahme 2019 und 2020 stark in der Öffentlichkeit präsent, nicht nur im Internet, sondern auch in der überregionalen Presse”, erklärte die Kanzlei. “Vor diesem Hintergrund war es unrealistisch, anzunehmen, dass der Kläger dies nicht wusste.

Ihm hätte bewusst sein müssen, dass er die Frage der Rechtmäßigkeit vor seiner Teilnahme selbst hätte klären müssen. Dies hätte der Kläger nach Ansicht des Gerichts ohne weiteres durch Nachfragen bei den zuständigen Behörden oder durch Recherchen im Internet tun können.”

Der Kläger argumentierte, er habe keine Kenntnis von diesem Gesetz gehabt, was das Gericht nicht akzeptierte. Mehrere ähnliche Klagen in unteren Instanzen wurden im September abgewiesen.